In diesem Artikel möchte ich dir meine Testroutine mit den einzelnen Kriterien vorstellen, die ich beim Testen von Webhosting- bzw. Hosting-Paketen einsetzte.

Bei der Erstellung der Testroutine habe ich meine langjährige Erfahrungen im Bereich Webdesign und Online-Marketing einfließen lassen, um aussagekräftige Testergebnisse ermitteln zu können, die sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen bei der Wahl des richtigen Webspaces helfen.

Ich nehmen jeden Hoster in insgesamt 6 Bereichen genau unter die Lupe, sodass sich zum Schluss ein umfangreiches und aussagekräftiges Testurteil ergibt.

Im Folgenden werde ich nun die Testbereiche mit den jeweiligen Testkriterien etwas genauer vorstellen, sodass du genau weißt was du in den Berichten erwarten kannst und vor allem, welche Punkte mir selbst bei Hostern besonders wichtig sind.

1. Funktionalität des Backends

Im ersten Bereich werde ich das Backend, also die Bedienzentrale des Webhosting, untersuchen und auf die intuitive Bedienbarkeit, den Funktionsumfang, das Design und eventuelle Bugs achten.

Neben einem allgemeinem Überblick werde ich die folgenden Punkte genauer vorstellen:

Web-FTP:

Ob Web-FTPs den Software-FTPs auf dem PC/MAC das Wasser reichen können, möchte ich nicht beurteilen, aber sie sind manchmal recht hilfreich und vor allem für Einsteiger einfacher zu handhaben, weil sie bereits vorkonfiguriert sind. Daher überprüfe ich auch hier die Bedienbarkeit, den Umfang und auch die Schnelligkeit.

Web-Mailer:

Bei Web-Mailern, also der Software zum verwalten des E-Mail-Postfaches, verhält es sich wie bei den Web-FTPs. Aus diesem Grund werde ich auch hier die Bedienbarkeit, den Umfang und Schnelligkeit unter die Lupe nehmen.

1-Klick-Installer:

Um Software wie Foren, Blogs, Gästebücher und dergleichen schnell und einfach installieren zu können bieten viele Hoster sogenannte 1-Klick-Installer an. Mit diesen kannst du unkompliziert die gewünschte Software wie eine APP am Smartphone installieren. Ob dies wirklich unkompliziert funktioniert werde ich natürlich für dich testen.

2. Umfang des Webpacks

Dieser Bereich ist weniger ein Test sondern eher eine Überprüfung des Umfangs. Je nach Hoster und Webpack werden dem Benutzer unterschiedlich viel Speicherplatz, Domains oder Trafficvolumen bereitgestellt.

Daher schau ich mir die Angaben für die folgenden Punkte an und bewerte diese hinsichtlich des Bedarfs von Einsteigern und Fortgeschrittenen Webmastern. Auf die folgenden Punkte achte ich dabei besonders:

Speicherplatz:

Wie viel Speicherplatz steht dem Nutzer zur Verfügung und werden die Daten auf HDD oder SSD gespeichert? Laufen eventuell mehrere Speichermedien in einem RAID-Verbund, um die Geschwindigkeit oder Ausfallsicherheit zu erhöhen? Diese Fragen kläre ich in diesem Punkt.

Datenbanken (normal/SSD):

Auch hier stellt sich die Frage nach der Anzahl der Datenbanken, ob diese auf HDD oder SSD liegen und welche Arten (MySQL, MariaDB etc.) von Datenbanken dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden.

Domains und externe Domains:

Wie viele Inklusive-Domains umfasst das Webpaket und können externe Domains, also Domain die bei einem anderen Registrar registriert sind, auf den Webspace aufgeschaltet werden?

Traffic:

Oftmals wird mit unlimitiertem Traffic geworden, sodass wenn viele Daten mit dem Hosting ausgetauscht werden keine Mehrkosten entstehen. Aber manchmal drosseln die Anbieter die Übertragungsgeschwindigkeit und die Seite wird teilweise sehr langsam. Daher schaue ich mir den Punkt Traffic einmal genauer an.

BackUps:

Die Seite wurde gehackt oder durch ein Missgeschickt gelöscht. Das ist vor allem dann ärgerlich wenn man kein BackUp gemacht hat. Für diesen Fall machen aber die meisten Hoster selbständig BackUps, die sie im Notfall oftmals kostenpflichtig herausgeben. Daher überprüfe ich wie häufig solche BackUps erstellt werden und wie teuer ein Einspielen dieser ist.

3. Webhosting Technik im Detail

Dieser dritte Bereich dürfte vor allem für diejenigen von Interesse sein, die bereits ein wenig Erfahrung mit Hosting und auch Interesse an der Technik dahinter haben. Ob das Webhosting wirklich so fortschrittlich ist, wie der Anbieter behauptet, werde ich anhand der folgenden Punkte überprüfen.

PHP-Version & MySQL-Version:

PHP als auch MySQL werden laufend weiterentwickelt und um Funktionen bzw. Performanceoptimierungen erweitert. Daher checke ich welche Versionen jeweils zur verfügung stehen.

CPU & RAM:

Auch wenn diese Angaben bei Webpacketen ungewöhnlich sind, werde ich versuchen herauszufinden wie viele Kunden pro CPU gehostet werden, welche CPU-Leistung und wie viel RAM jedem Kunden zugesichert wird.

SSH:

Für manche Aufgaben nutzt man am besten den Zugriff über SSH. Ob dieser vorhanden ist wird natürlich überprüft.

Cronjobs:

Um Skripte, zum Beispiel für BackUps, automatisch zu gewissen Uhrzeiten ausführen zu lassen werden Cronjobs verwendet. Ich überprüfe ob und wie viele dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden.

4. Der Performance-Check

Fast alle Hoster werben damit wie unglaublich schnell ihre Server sind! Das hat einen wichtigen Grund, denn die Geschwindigkeit einer Webseite wirkt sich nachweislich auf das Nutzerverhalten und auch auf das Kaufverhalten aus.

Ob wirklich stimmt, was die Hoster performancetechnisch versprechen, werde ich natürlich überprüfen und habe mir dazu folgendes Test-Szenario überlegt:

Bei jedem Webhosting Test werde ich immer die gleiche Webseite (eine WordPress-Installation mit Dummy-Inhalt) auf den Webspace laden und anschließend den Performancegrad mit dem PageSpeed Insights Tool von Google überprüfen.

Um noch aussagekräftigere Testergebnisse bezüglich der Performance zu erhalten, werde ich in einem weiteren Test die Webseite insgesamt 5 Mal mit einer privaten Instanz von WebPageTest.org untersuchen.

Diese Software ermittelt dabei die Ladezeit, Time to first Byte und weitere Metriken zur Bestimmung der Performance. Anschließend werde ich den Mittelwert aus allen 5 Messungen bilden, um mögliche Zufallswerte abzuschwächen.

Ich benutzte dabei eine private Instanz der Software, die ich auf einem eigenen Server installiert habe und nur von mir für HostingProfessor.de benutzt wird. Dadurch kann ich Verfälschungen durch gleichzeitig durchgeführte Tests von Dritten ausschließen.

5. Besondere Funktionen

In diesem fünften Bereich überprüfe ich Punkte die sich keinen anderen zuordnen lassen und den jeweiligen Hoster einzigartig machen. Dies können zum Beispiel besondere Konfigurationsmöglichkeiten sein.

6. Preise und Vertrag

Der letzte Bereich auf meiner Testliste umfasst wichtige Punkte rund um Kostenpunkte und den Vertrag selbst. Ich schaue mir dabei die folgenden Punkte genauer an und überprüfe, ob es eventuell irgendwelche Kostenfallen gibt.

Gesamtpreis:

Natürlich stellt der Preis beim Webhosting eine gewisse Rolle und ist auch oftmals ein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium für uns Kunden. Ich schau mir an dieser Stelle den Vertragspreis näher an und schaue ob sich dieser irgendwann verändert, denn oftmals wird mit günstigen Einstiegspreisen gelockt, die sich aber nach der ersten Mindestvertragslaufzeit erhöhen.

Preis für Addon-Domain:

Sollten die Inklusive-Domains aufgebraucht sein, aber noch eine weitere Domain benötigt werden, kann diese meistens kostenpflichtig hinzugebucht werden. Ich checke an dieser Stelle die Preis und vergleiche diese mit den Marktüblichen.

Support:

Wie engagiert ist der Support, ist dieser nur per Mail oder auf telefonisch erreichbar, wie lange ist die Bearbeitungsdauer und gibt es feste Uhrzeiten oder bekommt man 24/7 Hilfe wenn es mal brennt? Das sind alles wichtige Fragen und ich werde diese überprüfen. Dazu werde ich eine E-Mail an den Support schreiben und diesen auch einmal anrufen, um zu überprüfen wie schnell mir geholfen wird.

Mindestvertragslaufzeit & Kündigungszeitraum:

Auch wenn die Mindestvertragslaufszeit oftmals keine Rolle spielt, weil das Hosten einer Webseite in der Regel über einen langen Zeitraum stattfindet, werde ich mir diese näher anschauen. Interessanter dürfte der Kündigungszeitraum sein und daher checke ich auch diesen.

Einrichtungspreis:

Bei manchen Hostern wird noch eine Einrichtungsgebühr fällt und diese wird zudem sehr gerne im Kleingedruckten versteckt. Auch dies ist ein Punkt den ich genauer unter die Lupe nehmen werde.

Die Bewertung und das Testergebnis

Nachdem alle Bereich getestet und überprüft wurden, wird ein abschließendes Testergebnis erstellt. Dazu gehen alle 6 Bereiche zu jeweils gleichen Teilen in das Abschlussergebnis ein. Ebenso gehen die einzelnen Punkte eines jeden Bereiches zu gleichen Teilen in die Bereichsnote ein.

Benotet wird jeweils auf Basis der gängigen Sternebewertung von 1 bis 5 Sterne, wobei 1 Stern für ungenügend und 5 Sterne für sehr gut stehen. Das abschließende Testergebnis wird natürlich als Durchschnittsnote auch in diesem Bereich, mit einer zusätzlichen Zusammenfassung und einer Auflistung von Vor- und Nachteilen des getesteten Hostingpakets angegeben.